Der Dunkle Turm

Zuerst mal ein paar Zahlen.
7 Bücher mit 4861 Seiten in 194 Tagen. Das macht 25,06 Seiten pro Tag. Nicht gerade viel, aber kann gut hinkommen. Wobei es eher 6 Tage lang 0 Seiten und dann an einem Tag 175,42 Seiten waren. Ist aber auch unwichtig. Genug mit den Zahlenspielen. Worum geht es eigentlich?
Stephen King hat die für mich bisher beste Romanreihe, Saga, Welt ... riesiges Ding voll mit unglaublichen Geschichten geschrieben, die ich in meinem jungen Leben gelesen habe. Sche*ß auf Mittelerde und Hogwarts und Narnia. Der Dunkle Turm gehört verfilmt. Mit sieben Filmen a 3 Stunden. Jedes Jahr einer. Warum hat sich dafür noch kein verrückter Filmmacher gefunden? Peter Jackson könnte so einen Wahnsinn realisieren. Ihm stehen ja alle Türen offen, aber ich denke nicht, dass er der richtige dafür ist. Früher haben ja alle gesagt der Herr der Ringe wäre nicht verfilmbar und genauso denke ich heute beim Dunklen Turm. Eine Zeichentrick- oder Animationsserie könnte ich mir gut vorstellen. Vielleicht ja in ein paar Jahren.
Doch nun zu der eigentlichen Geschichte.
Die Story in wenigen Worten zu beschreiben ist nahezu unmöglich, deswegen versuche ich es erst gar nicht. Na gut ... ich probiere es doch. Vorweg erst mal das Folgende: King hat bei allen Größen der Fantasy/Sciencefiction/Horrorliteratur geklaut und eine Menge eigene abgedrehte Ideen zusätzlich eingebaut. In allen Fällen sehe ich es aber als Hommage an die Originale, denn King hat Ideenklau nicht nötig.
Roland, der letzte Revolvermann in Mittwelt, ist eine Art Jedi-Ritter in Cowboygestalt. Mit seinen beiden dicken Revolvern kann er bestens Umgehen und auch sonst ist er ein Überlebenskünstler sondergleichen. Mittwelt jedoch geht langsam den Bach runter. Die Welt hat sich weitergedreht. Was das bedeutet erfährt der Leser erst viel später, aber das ganze Universum droht zu kollabieren, soviel kann ich schon mal verraten. Der Dunkle Turm, Zentrum der gesamten Welt, hat damit irgendwas zu tun und Roland will ihn finden. In den ersten drei Bänden weiß man weder, was der Dunkle Turm eigentlich ist und bis zu letzten Seite hat der Leser und auch der Held keinen Schimmer, was in ihm zu finden ist. Aber es muss wichtig sein, denn Roland geht über Leichen. Nicht nur seine Feinde, sondern auch viele seiner Freunde lässt er auf seiner Reise zum Dunklen Turm Tod zurück. Roland Deschain ist ein Anti-Held, wie man ihn selten gesehen hat.
Ich will nicht zuviel verraten, denn der Dunkle Turm lebt von seiner verwobenen Geschichte. Wenn euch der erste Band nicht so richtig gefiel, dann lest mindestens noch den zweiten, am besten auch noch den dritten, spätestens dann sind euch alle Charaktere derart ans Herz gewachsen und eure Neugierde auf den Dunklen Turm ist so groß, dass ihr die anderen Bücher auch noch lesen müsst.
Roland und seine anwachsende und absterbende Gemeinschaft auf ihrer Reise haben mich beschäftigt wie noch keine Geschichte zuvor. Es ist verrückt, aber ich habe mir einige Male, in der Schule oder auch einfach so auf der Straße, Gedanken über Roland und seine Wanderung gemacht. Ob er schon weitergekommen ist und was er erlebt hat.
Die ganze Welt mit ihren herrlichen Redewendungen übt einen unglaublichen Sog auf den Leser aus. Wenn ich die Romane aufgeschlagen habe und lass zum ersten mal wieder die Begrüßung „Lange Tage und angenehme Nächte“, dann wusste ich, jetzt bin ich wieder in Mittwelt. Zurück auf dem Pfad der Balken, die einen direkt zum Dunklen Turm führen.
Lange Tage und angenehme Nächte. Mögen wir uns auf der Lichtung am Ende des Pfades wiedersehen, wenn alle Welten enden.
rüssel - 5. Jan, 18:13
