Donnerstag, 9. März 2006

ICO


Eigentlich waren die Probleme ja vorprogrammiert.
„Shadow of the Colossus“ ist für mich eines der größten Videospiele aller Zeiten. „ICO“ wurde von den selben Entwicklern zusammengebaut und wird überall als Kultspiel bezeichnet. Da erwartet man natürlich großes.
Problem 1: Die beiden Spiele sind auf der Gameplayebene vollkommen unterschiedlich. „SotC“ hat eine riesige Welt und ist in seinen Kämpfen spektakulär, actionreich und atemberaubend.
„ICO“ dagegen ist ein Jump’n’Run/Plattformer/Adventure - Ding auf engem Raum. Genauer gesagt einer Burg. Die Burg steht auf einem Felsen und der Felsen steht im Meer.
Unser gehörnter Protagonist wird dort eingesperrt, weil er Hörner hat. Hörner sind nicht so gerne gesehen, denn mit Hörnern assoziiert man meistens Teufel, Dämonen und das Böse.
Wir können jedoch aus unserer Zelle fliehen und treffen ein weißes Mädchen. Weiß im Sinne von, sie leuchtet weiß hat weiße Klamotten an und ist eben weiß. Leider kann sie uns aber nicht erklären, warum sie eigentlich so weiß leuchtet, da unsere beiden Helden nicht die gleiche Sprache sprechen, aber sie ist super darin magische Türen zu öffnen. Das kann unser gehörnter Freund nämlich nicht und so sind die Beiden bei ihrer Flucht aufeinander angewiesen. Der Eine rennt rum, verkloppt die komischen Schattenwesen, springt von A nach B und macht allgemein die ganze Drecksarbeit, die Andere öffnet Türen und steht sonst doof rum. Arbeitsteilung vom feinsten.
Soweit so gut. Optik ist bestens, Sound ist minimalistisch, Gebäudearchitektur göttlich, wenn auch sinnfrei, bedingt durch die benötigten Rätsel. Denn wer springt schon über drei Fenstersimse an zwei Ketten von da zur Brücke, mit den Bomben schnell den Turm gesprengt, über die Trümmer zur anderen Seite, da den Knopf drücken, wieder zurück, noch eine Kiste verschieben und schon ist man im nächsten Raum.
Das macht auch alles Spaß, konnte meinen scharfen Blick aber nicht von den spielerischen Problemen abwenden. So habe ich einige Male laut geflucht, als unser Held von einer Kette in den Abgrund geschwungen ist und ich lange Sprungpassagen wiederholen musste. Ähnlich geflucht habe ich, wenn ich mit einem Holzstock bewaffnet 10 Schattenmonster verkloppen musste und sich diese Kämpfe ewig hinzogen. Weil a) die Monster immer wegflattern, wenn man ihnen eine verpassen will, b) ne Menge einstecken und c) die Angriffsmöglichkeiten mit einem Schlagbutton relativ eingeschränkt sind. Des Öfteren habe ich mich auch dabei erwischt, wie ich meine Begleiterin angeschrieen habe, wenn sie mal wieder in Zeitlupe eine ewig lange Leiter hoch kletterte oder sich partu nicht auf die Bank zum Speichern setzen wollte.
Der Endkampf war dafür ganz schön, wenn auch sehr einfach. Happy End gab es auch und man hatte schließlich viel neues Futter für Spekulationen rund um die Verknüpfung von „Shadow of the Colossus“ und „ICO“.

Filme ...

Und hier wieder meine Filmausbeute der letzten Tage:

Coffee and Cigarettes

Jim Jarmusch mal wieder. Diesmal mit Kurzgeschichten, die sich alle beim Kaffee trinken und Zigaretten rauchen abspielen. Alle Geschichten sind total abstrus und mit vielen bekannten Gesichtern besetzt. Ich fand es ganz lustig, wenn auch die einzelnen Geschichten von stark schwankender Qualität sind.

Syriana

Ist man nicht von der ersten Minute an aufmerksam, merkt sich die verschiedensten Namen, Personen, Orte und Vorgänge, so ist man für die nächsten 120 Minuten verloren. Verloren in den verschiedensten Handlungssträngen, die sich mal mehr, mal weniger stark kreuzen. Alles sehr interessant, aber irgendwie an keiner Stelle so richtig mitreißend. Nicht das man mich falsch versteht. Ich habe keinen Actionfilm erwartet, aber die ganze Geschichte wird, für meinen Geschmack, stark unterkühlt erzählt.
Eines ist jedoch sicher: Ich will so einen Vollbart wie Georg Clooney.

Das Ding

Und noch ein Film der emotionalen Kälte.
Eine Gruppe von Männern sitzt in einem Lager mitten in der Antarktis. Man weiß nicht was sie da treiben, man bekommt keine Informationen über die Charaktere, außer ihren Namen. Hauptsache sie sterben schön blutig. Vor lauter Splatter-Effekten und lustigen Monstern hat John Carpenter wohl die Story aus den Augen verloren. Wieder ein Film, der gut aussieht, aber mich sonst kalt lässt.

Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse


Kinderdarsteller die mir nicht auf die Nerven gehen, sind selten. Selbiges gilt für den allgemeinen Stil des „Lemony Snicket“ - Universums. Mit der herrlich schiefen Architektur, die mich stark an einige Tim Burton Filme erinnert ist für eine Menge schöner Schauwerte gesorgt.
Der ganze Rest ist lockere Unterhaltung für Groß und Klein. Nichts Tiefgründiges, aber dafür mit einer schön verrückt düsteren Atmosphäre.

Well, you know...

Guns don't kill people. Kids who play videogames kill people.

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