The Hills Have Eyes

Oh man. In letzter Zeit erwische ich irgendwie nur noch mittelmäßige Filme im Kino. Gestern „The Hills Have Eyes“.
Ein-Satz-Story: Eine Familie fährt mit ihrem Wohnwagen durch die Wüste und wird von, durch Atomtests mutierten, Kannibalenmenschen angegriffen.
Moment...bevor ich hier weiter schreibe will ich mir noch mal den Trailer anschauen. Ok, ja ... genauso wie ich ihn in Erinnerung hatte. Es wäre cool gewesen, wenn der Film mit mehr im Trailer gezeigten Stilmitteln gearbeitet hätte. Dieses Werbefilmchen macht auf mich, sieht man mal von der expliziten Gewaltdarstellung im Hauptfilm ab, mehr Eindruck als der gesamte Film. Diese Farbüberblendungen kombiniert mit dem Sound machen ordentlich Terror und vermitteln die Härte des Gezeigten deutlich besser, als das, was schließlich im Film zu sehen ist.
So hat mir die erste Hälfte mit ihrer ausführlichen Personenbeschreibung und Vorbereitung des kommenden Grauens deutlich besser gefallen, als die zweite Hälfte, wo es dann wirklich ans Eingemachte geht.
Die Schockeffekte sind als solche schon lange im Voraus zu erkennen und werden für meinen Geschmack überdeutlich angekündigt. Nur selten wird die simple „die Musik verschwindet, die Person läuft langsam durch die Gegend und schaut sich verstört um, ein Monster springt begleitet von einem lauten Buh-Krach-Bumm ins Bild“ Masche durchbrochen. Über die teilweise total schwachsinnigen Handlungen der Charaktere will ich mich gar nicht äußern. Scheinwahr muss das in Horrorfilmen so sein. Wobei ich mir als Drehbuchautor und Regisseur schon Gedanken machen würde, wenn der halbe Kinosaal ungläubig stöhnt oder gar laut auflacht, wenn der Held seine Waffe dem vermeintlich toten Widersacher in Großaufnahme direkt vor die Füße legt.
Was ich von der Holzhammerbotschaft halten soll, dass der waffenfeindliche Demokrat am Ende zum Superhelden mutiert und der waffenfreundliche Republikaner als erster dahingerafft wird, weiß ich auch nicht so genau.
Ansonsten gibt es einige eklige schon fast perverse Dinge zu sehen. Ich fand die Vergewaltigungsszene sowohl schlecht gedreht, als auch unpassend platziert und vollkommen realitätsfremd, wenn man so ein Wort bei einem Horrorfilm überhaupt benutzen darf. Diese und die folgende Szene mit der „Milch trink“ - Aktion dienen einfach nur dem Ekelfaktor und der Grenzüberschreitung dessen, was man dem Zuschauer zumuten kann. Das am Ende dieser Szene gleich zwei der Hauptdarsteller dahingerafft werden sah für mich auch nach möglichst schneller Dezimierung der möglichen Opfer aus, damit die Story weitergehen kann. So von wegen: Erschießen wir mal zwei Menschen, dann sind wir die schon mal los und brauchen uns nicht mehr um sie zu kümmern.
Je mehr ich über den Film nachdenke, umso schlechter finde ich ihn.
Am Ende werden 90% der bösen mutierten Monster mit einer Axt im Kopf in Nahansicht gezeigt, damit auch jeder gesehen hat, dass die fiesen Mutanten es jetzt auch ordentlich in die Fresse bekommen haben.
Was harte kompromisslose Horrorfilme angeht bleibt „The Descent“ für mich die deutlich bessere Wahl.
Ich habe auch zum bestimmt fünften Mal den „Hostel“ Trailer im Kino gesehen und bin zu dem Schluss gekommen, mir den Film nicht aus eigenem Interesse anzuschauen. Sollte einer meiner Freunde ne Begleitung suchen bin ich natürlich dabei, denn nichts geht über Kino, aber ich werde keine eigenen Kinoaktionen starten. Siehe vorletzter Blogeintrag.
rüssel - 29. Mrz, 11:28
