Schlag den Raab
Gestern Abend lief die zweite Ausgabe von „Schlag den Raab“. Ein, vom Publikum gewählter Kandidat, tritt in 15 Minispielen gegen Stefan Raab an und kann 1 Million Euro gewinnen, sofern er den Showmaster mit dem fiesen Grinsen besiegt.
In der ersten Sendung verlor eine Frau gegen Raab, die ihm bei vielen der sportlicheren Spiele unterlegen war. Alle Zuschauer, und so auch ich, waren sich darüber einig, dass ein halbwegs sportlicher Mann Raab bei diesen Spielen in Grund und Boden gestampft hätte. Falsch gedacht. Die letzte Sendung bewies das Gegenteil.
Der Student Johannes wurde in seinem persönlichen Vorspann als Elitestudent mit tollem Allgemeinwissen, gutem Gedächtnis und ordentlichen Sportkenntnissen angekündigt. Immerhin war er in seiner Jugend schon mal deutscher Meister im Basketball gewesen. Gut, dachte ich mir. Der macht den Raab jetzt Rund und schnappt sich die Million.
Spiel 1: Tauziehen: Ok, der Raab ist dicker, der macht das locker. So kam es auch.
Spiel 2: Wo liegt was?: Auf einer Europakarte ohne Grenzlinien mussten verschiedene Orte gefunden werden. Hier machte sich Raabs Abgeklärtheit das erste Mal bemerkbar. Wusste er die Antwort, so ließ er sich Zeit, den Ort auch wirklich so einzuzeichnen, wie er es für richtig hielt. Sein Gegenüber tippte dabei meist nur einmal kurz auf den Touchscreen und war sich seiner Sache sehr sicher. Raab gewann knapp, da er länger den richtigen Punkt suchte.
Spiel 3: Klettern: Jetzt begannen die Peinlichkeiten. Eine 22 Meter hohe Kletterwand sollte erklommen werden. Raab sprintete die ersten Meter, trotz seinem höheren Gewicht, locker empor und ging schnell mit Abstand in Führung. Was machte Johannes? Langsam und ohne große Ambitionen den Vorsprung zu verringern kraxelte er die Steilwand entlang. Ich würde niemandem einen Vorwurf machen, der Höhenangst oder Kraftprobleme hätte, aber wie lautete Johannes Ausrede? Er wollte sich für die nächsten Spiele ausruhen, der Vorsprung sei zu groß gewesen und seine Hände waren kalt. Öhm, ja ... es geht um eine Million für dich und du strengst dich nicht mal richtig an, während der dicke Raab, dem es eigentlich egal sein könnte, wie ein Wildgewordener die Wand hochklettert. Nice one.
Spiel 4: Musik erraten: Keine Chance für den Kandidaten. Ein unfaires Spiel in meinen Augen.
Spiel 5: Badminton: OMG! Fast alle Sportarten, die an diesem Abend gespielt wurden, habe ich irgendwann mal im Sportunterricht der Schule behandelt. So auch Badminton. Doch das wäre nicht mal nötig gewesen. Jeder der ein wenig Federball spielen kann, hätte hier wieder locker gegen Raab gewonnen. Was macht Johannes? Er versiebt mehrer Angaben, in dem er nicht mal den Ball trifft, oder so sanft schlägt, dass der Ball kaum übers Netz kommt. Was macht Raab? Spielt verbissen, mit viel Einsatz auch wenn er das Spiel nicht richtig beherrscht und siegt.
Spiel 6: Stimmt’s: Stimmt eine Behauptung oder stimmt sie nicht. Knappes Ding, aber Johannes gewinnt, da er etwas cleverer ist.
Spiel 7: Merken: Wer hatte noch mal das super Gedächtnis und kann sich alles merken? Achja Johannes. Wer gewinnt? Raab!
Spiel 7: Dosenwerfen: Das Merken Spiel wird anuliert, weil es falsche Einblendungen gab. Dafür jetzt Dosenwerfen. Jemand der Basketball spielt sollte einen Ball halbwegs gezielt werfen können, möchte man meinen. Beide werfen extrem häufig daneben. Vor lauter Verzweiflung, schalte ich kurz um, da das zu Sehende kaum zu ertragen ist.
Die Entfernung wird verringert. Raab gewinnt.
Spiel 8: Kartfahren: Vielleicht bin ich wieder ein falsches Beispiel, aber ich muss es trotzdem so schreiben. Ich bin schon ein paar Mal Kart gefahren. Außerdem lernt man bei Rennspielen der virtuellen Art, wenigstens ansatzweise, wie man eine Kurve anbremst, wie man sie anfährt und was unterschiedlicher Bodenbelag zu bedeuten hat. Raab fährt Johannes sogar noch mehrere Runde vor, er konnte sich also alle schwierigen Stellen schon vorher merken. Raab weist sogar noch ausdrücklich auf den verschiedenen Untergrund hin, der in den Studios und der kurzen Außenstrecke vorliegt. Vielleicht saß Johannes wirklich noch nie in einem Kart. Haarnadelkurven werden viel zu spitz angefahren, auf Asphalt gibt er kein Vollgas, er macht eigentlich all das nicht, was Raab im vorher richtig vorgemacht hat. Traurig.
Spiel 9: Karten: Glückssache. Raab gewinnt wieder.
Spiel 10: Fußball: Argh! Fußball. Gab es auch schon in der ersten Sendung. Damals nur mit Elfmetern. Diesmal mit einem Spielfeld. Raab trifft zweimal gut, Johannes versteht den Sinn der Banden erst zu spät und verliert wieder. Raab ist einfach abgebrühter, er kann die Situationen schneller einschätzen. So auch beim nächsten Spiel.
Spiel 11: Käsebrot: Mein Lieblingsspiel. Hier wurde leider deutlich, dass Johannes keinen Schimmer vom praktischen Leben hat. Mit Käse, Brot und Butter sollte ein Käsebrot mit einem Gewicht von 417 Gramm zusammengebaut werden. Wieder macht sich Raab mehr Gedanken, der das Gewicht mithilfe der Butter sehr gut abschätzt und einen großen Haufen Butter auf die dünne Brotscheibe schaufelt. Johannes scheint nicht nachzudenken und legt beinnah wahllos zwei Stück Käse auf das Brot und liegt damit natürlich nur bei der Hälfte des geforderten Gewichts.
Spiel 12: Basketball: Es wirkt fast so, als ob das Spiel nur eingebaut wurden, damit Johannes auch mal gewinnt. Als Basketballer sollte es doch ein leichtes sein ein paar Freiwürfe zu versenken. Der erste Wurf ist ein lupenreiner Airball. Der Ball berührt nicht mal den Korb. Ich falle fast vom Sofa.
Zum Glück versenkt er die nächsten beiden und gewinnt.
Spiel 13: Quiz mit Elton: Johannes gewinnt knapp. Allgemeinwissen hat er.
Spiel 14: Billard: Beide haben es schon mal gespielt, beide können es nicht richtig. Wieder habe ich den Eindruck, dass Raab mehr nachdenkt und die besseren Entscheidungen trifft. Johannes hat häufig schlechte Ballpositionen, trifft aber auch nicht gut.
Raab gewinnt regulär, versenkt alle seine Kugeln und am Schluss die Schwarze, während bei seinem Gegenüber noch 4-5 Kugeln auf dem Tisch liegen.
Ende. Raab siegt. Der Jackpot wird wieder erhöht. Das nächste Mal geht es um satte 1,5 Millionen Euro. Wenn man ein breites Halbwissen in vielen Sportarten hat und nicht ganz blöde ist, dann ist diese Sendung der einfachste Weg im deutschen Fernsehen, um an eine solche Menge Kohle zu kommen. Vorraussetzung ist außerdem, dass man abgebrüht ist und sich von den ganzen Kameras nicht einschüchtern lässt.
Die Sendung ist trotz ihrer unglaublichen Länge von mehr als vier Stunden und den übertrieben vielen Werbepausen, dass interessanteste was an Shows im TV läuft. Gladiatorenkampf im Kleinformat mit exorbitant hohen Gewinnen. Stellen wir uns mal vor, Raab gewinnt das nächste Mal wieder. Dann geht es um 2 Millionen, dafür dass man gegen einen ganz normalen durchschnittlichen Menschen in eine paar Spielchen gewinnt. Krank.
Wer sich die Sendung oder einzelne Spiele noch mal anschauen will, der folge dem Link: "Raabs Siegesserie"
In der ersten Sendung verlor eine Frau gegen Raab, die ihm bei vielen der sportlicheren Spiele unterlegen war. Alle Zuschauer, und so auch ich, waren sich darüber einig, dass ein halbwegs sportlicher Mann Raab bei diesen Spielen in Grund und Boden gestampft hätte. Falsch gedacht. Die letzte Sendung bewies das Gegenteil.
Der Student Johannes wurde in seinem persönlichen Vorspann als Elitestudent mit tollem Allgemeinwissen, gutem Gedächtnis und ordentlichen Sportkenntnissen angekündigt. Immerhin war er in seiner Jugend schon mal deutscher Meister im Basketball gewesen. Gut, dachte ich mir. Der macht den Raab jetzt Rund und schnappt sich die Million.
Spiel 1: Tauziehen: Ok, der Raab ist dicker, der macht das locker. So kam es auch.
Spiel 2: Wo liegt was?: Auf einer Europakarte ohne Grenzlinien mussten verschiedene Orte gefunden werden. Hier machte sich Raabs Abgeklärtheit das erste Mal bemerkbar. Wusste er die Antwort, so ließ er sich Zeit, den Ort auch wirklich so einzuzeichnen, wie er es für richtig hielt. Sein Gegenüber tippte dabei meist nur einmal kurz auf den Touchscreen und war sich seiner Sache sehr sicher. Raab gewann knapp, da er länger den richtigen Punkt suchte.
Spiel 3: Klettern: Jetzt begannen die Peinlichkeiten. Eine 22 Meter hohe Kletterwand sollte erklommen werden. Raab sprintete die ersten Meter, trotz seinem höheren Gewicht, locker empor und ging schnell mit Abstand in Führung. Was machte Johannes? Langsam und ohne große Ambitionen den Vorsprung zu verringern kraxelte er die Steilwand entlang. Ich würde niemandem einen Vorwurf machen, der Höhenangst oder Kraftprobleme hätte, aber wie lautete Johannes Ausrede? Er wollte sich für die nächsten Spiele ausruhen, der Vorsprung sei zu groß gewesen und seine Hände waren kalt. Öhm, ja ... es geht um eine Million für dich und du strengst dich nicht mal richtig an, während der dicke Raab, dem es eigentlich egal sein könnte, wie ein Wildgewordener die Wand hochklettert. Nice one.
Spiel 4: Musik erraten: Keine Chance für den Kandidaten. Ein unfaires Spiel in meinen Augen.
Spiel 5: Badminton: OMG! Fast alle Sportarten, die an diesem Abend gespielt wurden, habe ich irgendwann mal im Sportunterricht der Schule behandelt. So auch Badminton. Doch das wäre nicht mal nötig gewesen. Jeder der ein wenig Federball spielen kann, hätte hier wieder locker gegen Raab gewonnen. Was macht Johannes? Er versiebt mehrer Angaben, in dem er nicht mal den Ball trifft, oder so sanft schlägt, dass der Ball kaum übers Netz kommt. Was macht Raab? Spielt verbissen, mit viel Einsatz auch wenn er das Spiel nicht richtig beherrscht und siegt.
Spiel 6: Stimmt’s: Stimmt eine Behauptung oder stimmt sie nicht. Knappes Ding, aber Johannes gewinnt, da er etwas cleverer ist.
Spiel 7: Merken: Wer hatte noch mal das super Gedächtnis und kann sich alles merken? Achja Johannes. Wer gewinnt? Raab!
Spiel 7: Dosenwerfen: Das Merken Spiel wird anuliert, weil es falsche Einblendungen gab. Dafür jetzt Dosenwerfen. Jemand der Basketball spielt sollte einen Ball halbwegs gezielt werfen können, möchte man meinen. Beide werfen extrem häufig daneben. Vor lauter Verzweiflung, schalte ich kurz um, da das zu Sehende kaum zu ertragen ist.
Die Entfernung wird verringert. Raab gewinnt.
Spiel 8: Kartfahren: Vielleicht bin ich wieder ein falsches Beispiel, aber ich muss es trotzdem so schreiben. Ich bin schon ein paar Mal Kart gefahren. Außerdem lernt man bei Rennspielen der virtuellen Art, wenigstens ansatzweise, wie man eine Kurve anbremst, wie man sie anfährt und was unterschiedlicher Bodenbelag zu bedeuten hat. Raab fährt Johannes sogar noch mehrere Runde vor, er konnte sich also alle schwierigen Stellen schon vorher merken. Raab weist sogar noch ausdrücklich auf den verschiedenen Untergrund hin, der in den Studios und der kurzen Außenstrecke vorliegt. Vielleicht saß Johannes wirklich noch nie in einem Kart. Haarnadelkurven werden viel zu spitz angefahren, auf Asphalt gibt er kein Vollgas, er macht eigentlich all das nicht, was Raab im vorher richtig vorgemacht hat. Traurig.
Spiel 9: Karten: Glückssache. Raab gewinnt wieder.
Spiel 10: Fußball: Argh! Fußball. Gab es auch schon in der ersten Sendung. Damals nur mit Elfmetern. Diesmal mit einem Spielfeld. Raab trifft zweimal gut, Johannes versteht den Sinn der Banden erst zu spät und verliert wieder. Raab ist einfach abgebrühter, er kann die Situationen schneller einschätzen. So auch beim nächsten Spiel.
Spiel 11: Käsebrot: Mein Lieblingsspiel. Hier wurde leider deutlich, dass Johannes keinen Schimmer vom praktischen Leben hat. Mit Käse, Brot und Butter sollte ein Käsebrot mit einem Gewicht von 417 Gramm zusammengebaut werden. Wieder macht sich Raab mehr Gedanken, der das Gewicht mithilfe der Butter sehr gut abschätzt und einen großen Haufen Butter auf die dünne Brotscheibe schaufelt. Johannes scheint nicht nachzudenken und legt beinnah wahllos zwei Stück Käse auf das Brot und liegt damit natürlich nur bei der Hälfte des geforderten Gewichts.
Spiel 12: Basketball: Es wirkt fast so, als ob das Spiel nur eingebaut wurden, damit Johannes auch mal gewinnt. Als Basketballer sollte es doch ein leichtes sein ein paar Freiwürfe zu versenken. Der erste Wurf ist ein lupenreiner Airball. Der Ball berührt nicht mal den Korb. Ich falle fast vom Sofa.
Zum Glück versenkt er die nächsten beiden und gewinnt.
Spiel 13: Quiz mit Elton: Johannes gewinnt knapp. Allgemeinwissen hat er.
Spiel 14: Billard: Beide haben es schon mal gespielt, beide können es nicht richtig. Wieder habe ich den Eindruck, dass Raab mehr nachdenkt und die besseren Entscheidungen trifft. Johannes hat häufig schlechte Ballpositionen, trifft aber auch nicht gut.
Raab gewinnt regulär, versenkt alle seine Kugeln und am Schluss die Schwarze, während bei seinem Gegenüber noch 4-5 Kugeln auf dem Tisch liegen.
Ende. Raab siegt. Der Jackpot wird wieder erhöht. Das nächste Mal geht es um satte 1,5 Millionen Euro. Wenn man ein breites Halbwissen in vielen Sportarten hat und nicht ganz blöde ist, dann ist diese Sendung der einfachste Weg im deutschen Fernsehen, um an eine solche Menge Kohle zu kommen. Vorraussetzung ist außerdem, dass man abgebrüht ist und sich von den ganzen Kameras nicht einschüchtern lässt.
Die Sendung ist trotz ihrer unglaublichen Länge von mehr als vier Stunden und den übertrieben vielen Werbepausen, dass interessanteste was an Shows im TV läuft. Gladiatorenkampf im Kleinformat mit exorbitant hohen Gewinnen. Stellen wir uns mal vor, Raab gewinnt das nächste Mal wieder. Dann geht es um 2 Millionen, dafür dass man gegen einen ganz normalen durchschnittlichen Menschen in eine paar Spielchen gewinnt. Krank.
Wer sich die Sendung oder einzelne Spiele noch mal anschauen will, der folge dem Link: "Raabs Siegesserie"
rüssel - 19. Nov, 21:37



