Killer 7
Ist es ein Videospiel wert, es zu spielen, auch wenn es keinen Spaß macht?Diese und andere verworrene Fragen waberten durch meinen Kopf, während ich "Killer 7" spielte. Man rennt nur vorwärts, schießt nervige kichernde Monster über den Haufen, löst mehr oder weniger logische Rätsel und unterhält sich mit toten Leuten in einer Sprache, die sich anhört, als wären den Sprechern die Stimmbänder eingefroren und danach zersplittert.
Es kann mir keiner erzählen, dass er bei diesem Gameplay Freude dabei hatte die kleinen bunten Tasten auf dem Controller zu drücken.
Der Grafikstil ist superb. Sicherlich Geschmackssache, aber künstlerisch ist "Killer 7" über alle Maße erhaben. Optisch, wie auch musikalisch. Es strömen einem ununterbrochen Musikstücke entgegen, die man so in einem Videospiel nicht erwartet. Die Bandbreite ist dabei enorm und jeder Song alleine schon ein Ereignis. Rock, Techno, Mariachi, schiefe Gitarren, Flöten ... was weiß ich alles. Ich denke auf der Soundebene wird mir "Killer 7" am längsten im Gedächtnis bleiben. Von der Story kann ich das nicht gerade sagen. Ich behaupte nicht, dass ich alles verstanden habe, was über die Mattscheibe kommuniziert wurde, aber ich bin auch nicht sonderlich daran interessiert mich in die Irren und Wirrungen der Handlungen einzuarbeiten. Nicht, weil ich ein faules Stück bin, sondern weil die Story von Anfang an ohne jeglichen Spannungsbogen auf den Spieler niederprasselt. Alles ist wirr, man weiß nie so genau, was gerade warum abläuft und so kam bei mir nie ein wirkliches Interesse an der Handlung auf. Die einzigen Storytwists, die ich ganz cool fand, waren die innerhalb der letzten zwei Level, weil man da auch endlich mal ein wenig über die Killer selbst erfährt.
Spielerisch gibt es viel zu mäkeln. Respawnende Gegner, mal viele Speicherpunkte, mal sehr wenige, Bosskämpfe, die ohne jegliche Tipps oder Erklärungen geführt werden müssen und dafür andere Rätsel deren Lösung einem sehr direkt auf die Nase gebunden wird, nerviges Rumgerenne und Eingesammle ...
Ich musste mich häufig dazu zwingen weiterzuspielen, damit die Qual irgendwann ein Ende hat, ich mir die nächste stylische Zwischensequenz angucken kann, die ich nicht verstehe, um schließlich die Credits laufen zu sehen, nur um danach noch eine kurze Mission spielen zu müssen, um dann das Spiel auch wirklich endgültig zu beenden.
Meine Begeisterung, für das nächste Spiel der Entwickler "Grasshopper Manufacture" "No more Heroes" für die Wii, ist äußerster Skepsis gewichen.
rüssel - 24. Jan, 21:31
