same shit, different book

Buchläden sind super.
Erstens, weil es dort viele Bücher gibt und zweitens, weil es dort lustige Menschen gibt, die gerne Bücher kaufen. Meine Lieblingsspezies unter den Buchladenbesuchern ist die mit dem schlechten Gedächtnis und dem Hang zum viel lesen. Am besten auch noch von immer den gleichen Romanen. Krimis und Thriller zum Beispiel. Jeder Roman ist gleich aufgebaut, hat die selben Handlungsabläufe und die immer wiederkehrenden Charaktere. Das stört den Krimileser aber nicht im geringsten, solange es total spannend ist und dramatisch und viel Mord und Totschlag darin vorkommt. Problematisch wird es erst dann, wenn man mehrere solcher Bücher in der Woche und das schon seit vielen Jahren liest. Dies führt nämlich zu spontaner Verwirrung wenn man im Laden vor dem Bücherregal mit den Krimis steht. Solche Bücherregale sind leicht zu erkennen. Sie sind immer die größten im Laden und auf den Buchcovern findet man häufig die Wörter Tod, Nacht und Blut sowie alle möglichen Synonyme und thematisch verwandte Begriffe wie Schatten, Lautlos oder Schrei. Genau dort stehen dann die Frauen zwischen 35 und 99, die Hauptzielgruppe für Krimis und Bücher überhaupt, welche laut darüber fachsimpeln ob sie denn diesen oder jenen Roman schon gelesen haben. Leider sind diese Damen nicht mehr dazu im Stande sich an einen Roman den sie vor zwei Wochen gelesen haben zu erinnern, da dieser ja genauso zu lesen war, wie die drei Krimis eine Woche zuvor. Totales Krimichaos im Kopf also. Ich vermute ja schon lange, dass diese ganzen Krimiautoren in ein und der selben Fabrik arbeiten und dazu gezwungen werden voneinander abzuschreiben. Wichtig ist dabei auch, dass die Geschichten leicht zu lesen sind, denn ansonsten kriegt man diese 300 Seiten in zwei Tagen ja nicht zu ende.
Selbiges gilt natürlich auch für Fantasy und Science Fiction Romane, die vom Cover und Klappentext nicht mehr zu unterscheiden sind. Und dann diese Zitate aus irgendwelchen Rezensionen, die sich immer so lesen, als ob man gerade das größte Meisterwerk alles Zeiten in den Händen halte würde. Zum heulen. Ich werde auch immer stutzig, wenn auf den Klappentexten vom Nachfolger irgendeines berühmten Autors gesprochen wird. Tolkien oder King zum Beispiel. Da läuten bei mir immer die Alarmglocken.
Natürlich ist es schwierig sich immer was Neues auszudenken, aber kann man dann nicht einfach solange nichts schreiben bis einem was Tolles einfällt? Genauso könnten die Käufer auch mal ein wenig die Augen aufmachen und nicht ständig die selbe Schei*e lesen?
Das fände ich super.
rüssel - 27. Mai, 21:13
