Comics

Mittwoch, 14. Juni 2006

The Walking Dead - Ein langer Weg


Ich bin ein WM-Zombie.
Stöhnend schleppe ich mich nach der Schule vor den nächstbesten Fernseher und schaue ein Fußballspiel nach dem anderen. Egal wer spielt, egal wie öde die Spiele sind, ich halte bis zur letzten Minute durch.
Zum Glück sind zwischen den drei Spielen täglich immer eine Stunde Pause. Da wird dann schnell der alltägliche Kram erledigt. Schnell noch die Wetten fürs nächste Spiel im Internet abgeben Dann geht’s weiter.
So geht das seit letzten Freitag. 14 Spiele bisher. 1470 Minuten. 24,5 Stunden. Einen ganzen Tag.

Irgendwie habe ich es trotzdem geschafft den zweiten in Deutschland veröffentlichten „The Walking Dead“ - Band „Ein langer Weg“ zu lesen.
Jeder, der den ersten Band gelesen hat, wird nach dem ersten Aufschlagen des Nachfolgers erstmal verwundert die Zeichnungen anstarren. Der ausgezeichnete Tony Moore wurde abgelöst, da er nicht schnell genug zeichnen konnte. Dafür gibt es jetzt Charlie Adlards Künste zu bestaunen. Er kann schneller zeichnen und das sieht man leider deutlich. Man darf sich also nicht wundern, wenn der ein oder andere Charakter von einer Seite auf die nächste plötzlich einen ganz anders proportionierten Körper besitzt. Auch die Zombies haben durch den neuen Zeichner einiges an Ekelfaktor verloren. Schade.
Die Story kommt aber immer noch aus der Feder von Robert Kirkman und hat nichts von ihrer brilliantz eingebüsst. Die kleine Menschengruppe macht sich nun auf die Suche nach einem sicheren Unterschlupf in einer von Zombies verseuchten Welt. Dabei steht jedoch weniger das Zombie-die-Birne-wegschießen im Vordergrund, sondern die Konflikte innerhalb der Gruppe. Die permanente Furcht sorgt für einige blank liegende Nerven und der immer wieder rücksichtslos zuschlagende Tod kennt vor keinem der Protagonisten halt. Jeder könnte der nächste sein und so wird die Gruppe auch um die ein oder andere Person kleiner. Die Story endet mal wieder mit einem bösen Cliffhanger, aber so ist man das ja gewohnt.
Ich kenne das englische Original ja nicht, aber ich nehme mal an, dass immer wenn einer der Charakter das Wort „Fuck“ in den Mund genommen hat, in der deutschen Ausgabe dieses durch „Scheisse“ ersetzt wurde. In jedem, wirklich in jedem Kampf, fällt dieses Wort etwa fünf Mal und auch in den sonstigen Dialogen wird es gerne mal eingeschoben. Auf mich wirkt das unglaublich lächerlich und nervig. Wenn ich fluche benutze ich auch mehr als ein Wort. Liebe Übersetzer, seid mal kreativ und überlegt euch ein paar mehr Schimpfwörter. Oder noch besser, lasst einfach ein paar weg.
Derjenige, der sich den Text für den Klappentext (siehe Bild) ausgedacht hat bekommt von mir jedoch ein großes Lob. Hört sich zwar etwas martialisch an, passt aber perfekt.

Dienstag, 30. Mai 2006

Hellboy - Seltsame Orte


Da ist er nun. Der vorerst letzte Hellboy Band: „Seltsame Orte“.
Was fasziniert mich an den kargen schwarz/weiß Zeichnungen, den wenigen Dialogen und den simplen Storys die eigentlich immer auf ein und das selbe hinauslaufen. Hellboy, der irgendein Monster mithilfe irgendeines mysteriösen Artefakts oder auch einfach nur seiner rechten Steinfaust verprügelt. Vorher muss er natürlich noch ein altes Gemäuer erreichen, in dem sich vor vielen Jahrtausenden ein ganz böses Untier eingenistet hat und nur auf den guten Teufel ohne Hörner wartet, damit es ihm seinen Plan zum Untergang der Welt mitteilen kann, in dem dieser auch immer eine wichtige Rolle spielt.
Eigentlich ist Hellboy übelster Trash.
Aber irgendwie komme ich doch immer wieder auf die Comics zurück. Die Atmosphäre des Gezeichneten fängt mich ein und zeigt eine düstere Welt voller alter Mythen und Sagen, Monster und Dämonen, Galgenhumor und Ironie. Das ist meine Welt, da fühle ich mich wohl.
Mignolas Zeichnungen haben eine morbide Schönheit und sind trotz der harten Linienführung voller Details. Immer wieder gibt es kleine Bilder von Totenköpfen, Fischen, Mauerwerk und Kleinigkeiten, die mit der eigentlichen Szene nichts zu tun haben, den Lesefluss unterbrechen und für eine merkwürdige Stimmung sorgen. Ab und zu sitze ich auch vor den Bildern und muss mir sie sehr lange anschauen, bis ich überhaupt verstanden habe was es dort zu sehen gibt. Das ist vielleicht der Preis, den man bei zweifarbigen Zeichnungen zahlen muss. Bei vielen Objekten in einem Bild wird es leicht unübersichtlich. Stört mich das? Ehrlich gesagt: nein. Für 18€ bekomme ich einen Hardcoverband in bester Verarbeitungsqualität mit 160 Seiten Umfang. Da schaue ich mir die Zeichnungen auch gerne länger an.

Mittwoch, 7. Dezember 2005

30 Days of Night


Kann man je genug Vampirgeschichten gelesen, gehört und gesehen haben?
Ich denke nicht. Die dunklen Freunde mit den spitzen Zähnen sind immer wieder für ein nettes Blutbad zu haben.
Im dritten und letzten Band der „30 Days of Night“ Reihe „Return to Barrow“ geht es, mal wieder, ordentlich zur Sache.
Die extremen Zeichnungen von Ben Templesmith zeigen ebenso extreme Szenen. Zuerst konnte ich mich mit dem Zeichenstil nicht so richtig anfreunden, aber hat man sich an die kruden, düsteren, fast dilettantisch gezeichneten Bilder gewöhnt, merkt man, dass so genau die richtige Stimmung erzeugt wird.
Autor Steve Niles hat sich eine immer spannende Geschichte einfallen lassen, die ich nicht als sonderlich tiefgründig, dafür aber als sehr unterhaltsam bezeichnen würde.
Für Horror-, Splatter- und Comicfans ein Pflichtkauf. Lasst euch nicht von den Zeichnungen abschrecken. Es lohnt sich.

Lesereihenfolge:
  • 30 Days of Night
  • Dark Days
  • 30 Days of Night: Return to Barrow
Leseprobe Band 1
US-Verlag
Deutscher Verlag

Dienstag, 29. November 2005

Sin City


Es wurde schon soviel über Sin City geschrieben und geredet, dass ich eigentlich keine Lust hatte, selbst noch irgendwas zu diesem Thema, zu Papier (naja ... virtuelles Papier) zu bringen.
Also nur ein paar wirre Gedanken meinerseits zur Stadt der Sünden.
Erst mal die Comics. Ich mag schwarz/weiß Zeichnungen. Richtig eingesetzt, entfalten die Bilder eine viel größere Wucht, als ihre bunten Brüder. Genau diese kontraststarken Zeichnungen passen perfekt zu den dreckigen Geschichten aus Sin City. Miller ist vielleicht nicht der überragendste Zeichner des Planeten, aber er erschafft doch durch geschickten Einsatz von Perspektive und Bildanordnung eine sehr intensive Bildsprache.
Die Storys sind voll mit stereotypen Charakteren und ähneln sich vom Grundprinzip sehr häufig. Cooler Kerl mit Waffe, geile Frau mit Titten und böser Bösewicht voller Boshaftigkeit. Diese drei Komponenten werden mit einer Menge Gewalt und markigen Sprüchen vermixt und schon hat man eine Sin City Story.

Der Film ist genau, GENAU das selbe wie die Comics. Nur in Bewegung und mit Musik, extrem geniale Optik, gute Schauspieler und all das, was auch schon die Comics gut gemacht hat. Coole Sprüche, halb- bis ganznackte Frauen und Blut. Der Mensch ist halt einfach zu begeistern.

Sonntag, 30. Oktober 2005

Comics zum Dunklen Turm

Ich mache große Augen und ein Grinsen breitet sich in meinem Gesicht aus.



Stephen King schreibt exklusive Comicgeschichten aus dem Dark Tower Universum. Wahrscheinlich wird sich die 8-teilige Serie um Roland in jungen Jahren drehen. Zeichner wird Jae Lee sein. Und wie geil sehen denn bitte die ersten Seiten aus...
Einziger kleiner Hacken an der ganzen Sache. Marvel veröffentlicht die Comics. Hoffentlich lassen sie King und Lee freie Hand. Dark Horse oder Vertigo hätte mir ja besser gefallen.
April 2006 geht es los. Mehr Bilder und Infos gibt es HIER.

Heute habe ich auch den siebten und letzten Dark Tower Band „Der Turm“ angefangen zu lesen. Gut, dass es bald die Comics gibt.

Mittwoch, 21. September 2005

Die Ultimativen


Es gibt nur noch eine Superheldenserie, die ich regelmäßig lese: Die Ultimativen.
Hauptgrund dafür ist die Zeichenkunst Bryan Hitchs. Kaum ein Superheldencomic kann mit solch realistischen und detailreichen Zeichnungen aufwarten. Für diese Qualität warte ich auch gerne etwas länger, denn der gute Bryan ist nicht der schnellste Zeichner auf diesem Planeten. Eine Menge Ausgaben der deutschen „Die Ultimativen“-Reihe wurden mit Spin-Ofs und anderem Füllwerk vollgepackt, um die Wartezeit auf die „echten“ Ultimates-Ausgaben zu überbrücken. Zum Glück ist dies aber jetzt vorbei. Der zweite Ultimates-Zyklus hat nun auch auf deutsch begonnen.
Alles was auch schon die ersten Ausgaben so gut gemacht hat, ist auch hier wieder vorhanden. Eine wirklich gute und spannende Story, erzählt mit überraschend vielen Dialogen, ab und zu unterbrochen von extremen Actionsequenzen und das ganze mit diesen herrlichen Zeichnungen. Einziger kleiner Kritikpunkt ist für mich, der durch Captain America publizierte Patriotismus. Aber dafür gibt es ja noch den alten Naturburschen Thor. Der Hammerschwinger ist in den neusten Ausgaben sogar aus dem Team ausgetreten. Die Ultimativen würden zu sehr als Massenvernichtungswaffe der Amerikaner benutzt.

Die Ultimativen, alle 2 Monate bei Panini Comics für 4,25€

Donnerstag, 15. September 2005

Frank Millers "300" Neuauflage

Langsam wird es unheimlich.
Der Cross-Cult Verlag kündigt immer dann neue Comics an, wenn ich kurz davor bin, mir die englischen Originale zu bestellen. So geschehen bei "Sin City", vor einigen Wochen bei "The Walking Dead" und nun bei Frank Millers "300".
Im Comicforum wurde heute eine Neuauflage im Format 28x23cm für Frühjahr/Sommer 2006 angekündigt.
Ich freu mich!

Freitag, 26. August 2005

Walking Dead in Deutschland

Cross Cult mausert sich zu meinem Lieblingscomicverlag in Deutschland.
Nach „Hellboy“ und „Sin City“ jetzt auch noch „The Walking Dead“. Ich war schon kurz davor mir die englischen Paperbacks der Zombiereihe zu bestellen, aber jetzt warte ich auf die deutsche Veröffentlichung. Wie immer bei Cross Cult im Hardcover-Taschenbuch-Edelformat.
Es freut mich das ein Verlag es schafft, die doch recht teuren, aber qualitativ hochwertigen, Comics an den Mann zu bringen. Der Output ist nicht sonderlich hoch, aber das, was sie herausbringen ist immer vom feinsten. Weiter so und hoffentlich wird „The Walking Dead“ ein Erfolg.

Sonntag, 7. August 2005

100 Bullets


Text wurde bei Speedcomics.de ausgeliehen (geklaut):
"Mord. Geben Sie es zu: Sie haben auch schon Mal daran gedacht. Irgendjemand hat etwas so Schlimmes getan, dass Sie ihn umbringen wollten. Was hätten Sie wohl getan, wenn Ihnen in dieser Sekunde jemand eine Waffe und die Garantie gegeben hätte, nie erwischt zu werden? Diese Frage wird in 100 BULLETS gestellt, (...) Denn der mysteriöse Agent Graves bietet seinen „Klienten” genau diesen Deal. Aber wer ist Graves? Ein Beamter einer unbekannten Regierungs-Organisation? Ein reicher Spinner, dem bei dem Gedanken einer abgeht, Gott und Satan gleichzeitig zu spielen? Oder steckt etwas weit Geheimnisvolleres dahinter? Etwas, das selbst die grundverschiedenen Schicksale seiner Klienten miteinander verbindet?"

Ein solcher Text macht mich natürlich neugierig. Kaufen wir uns mal den ersten Band und gucken, ob das was für meine kranke Seele sein könnte. Doof nur, dass Band 1 überall ausverkauft ist, der Speed Verlag anscheinend gerade den Bach runtergeht und somit weder eine Neuauflage noch eine Weiterführung der eigentlichen Serie zu erwarten ist.
Dann halt das US-Original. Doch bevor ich einen Haufen Geld für die Originale ausgebe, besorg ich mir die ersten Ausgaben auf anderem Wege. Mal schauen ob ich mit der englischen Sprache was anfangen kann und ob die Comics auch inhaltlich das halten können, was sie versprechen.

Einige Minuten später las ich die ersten Seiten und wühlte mich durch amerikanisches Ghettoenglisch.
" 'sal'ight ... 'sal bullshit " Ich nehme mal an, dass soll heißen: "That is allright ... That is all bullshit". Hat man also erstmal raus, dass sich hinter jedem Apostroph mehrere Wörter verstecken können, dann kann man es auch mit dem Rest aufnehmen. "Wit'choo" ist ganz einfach "With You" und " 'cept" ist "except". Das das G bei der "-ing" Endung immer wegfällt ist nach dem dritten " doin' " und " killin' " auch kein Problem mehr und so steht einem reibungslosen Lesevergnügen nichts im Weg.
Zeichnungen sind ganz nett, die Farben gefallen mir aber nicht so gut. Zur Story kann ich noch nicht viel sagen, aber die ersten zwei Geschichten machen Lust auf mehr. Alles ist sehr rau, düster und meist bist zur letzten Seite und damit dem letzten Storytwist, recht undurchsichtig.
Wenn ich mal wieder ein wenig Geld für neue Comics übrig habe, dann werden die US-Paperbacks bestellt.

Mittwoch, 22. Juni 2005

Comics in den Medien

Die Geschichtenerzählung in Form eines Comics ist in Deutschland nicht wirklich hoch angesehen. Comics sind eine Randgruppe und werden auch so behandelt. Noch immer umgibt das Medium Comic ein schreckliches Vorurteil. Die Bildergeschichten sind nur was für Kinder und Jugendliche. Mickey Mouse für die einen und Superhelden für die anderen. Fertig, Ende. Hiermit hat man das Comic-Universum erklärt.
So titelt die Bild-Zeitung (20.06.05) über den Comicband "Auschwitz", der sich mit den Verbrechen in einem Konzentrationslager auseinandersetzt: "Darf man den Schrecken des Holocaust als Comic zeigen?"
Warum nicht?
Ist ein Comic nicht dazu privilegiert eine ernste Geschichte, basierend auf historische Begebenheiten zu erzählen? Dürfen das nur Filme und Bücher?
Esra Cohn, Mitglied in der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, scheint so zu denken:"Ein Comic ist keine angemessene Form. Das Thema ist zu ernst, um es so darzustellen."

Ob der von Pascal Croci gezeichnete Comic "Auschwitz" ein positives Beispiel für eine Graphic Novel ist, kann ich persönlich nicht beantworten, da ich ihn noch nicht gelesen habe.
Aber ich weis, dass Comics zu mehr fähig sind, als zu Mäusen mit großen Ohren und muskelbepackten Menschen in engen Gummianzügen.
Schiller, Der Killer, From Hell, Blankets und Maus haben es schon bewiesen.

Well, you know...

Guns don't kill people. Kids who play videogames kill people.

Archiv

November 2009
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Suche

 

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Status

Online seit 1644 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 11. Feb, 19:05

Credits

Knallgrau New Media Solutions - Web Agentur für neue Medien

powered by Antville powered by Helma


xml version of this page
xml version of this page (summary)
xml version of this topic

twoday.net AGB


kostenloser Counter