Filme

Sonntag, 21. Januar 2007

Casino Royal



Wortfetzen, die ich in den letzten Wochen über Casino Royal gehört habe.

"Es war ein guter Film. Aber es war kein Bond."
"Er war spannend bis zum Ende. Man konnte nicht wissen was als nächstes passiert."
"Ich fand ihn schei*e!"
"Habe gehört er soll voll schlecht sein. Übertrieben und so."
"Die Frau ... man ... die Frau war schon nicht ohne."


Ich habe ein wenig länger gebraucht um ihn nun endlich auch zu sehen. Trotz der langen Laufzeit von über sieben Wochen war das Kino sehr gut gefüllt und gerade darin lag ein großer Spaßfaktor.
Ich habe selten das Publikum auf einen Film so reagieren hören. James Bond kennt einfach jeder und jeder weiß, was in einem Bondfilm so passieren sollte. Doch dann kommt Casino Royal, wirft fast alles was typisch Bond ist über Bord und macht dies auch noch in vielen Szenen sehr deutlich. Gadgets? Nichts abgefahrenes zu sehen. Geschüttelt oder gerührt? Schei*ß die Wand an! Ein sauberer Bond, der sich die Hände nicht dreckig mach, weil das ein cooler Bond eben nicht tut? Höhö. Autos mit Raketenwerfer? Leider nein. Bösewichte, die die Welt zerstören wollen? Ganz und gar nicht. Der Kerl kämpft mehr um sein eigenes Leben.
Und so war ein fast schmerz verzehrtes Stöhnen im Kinosaal zu hören, als Bond sein Desinteresse an der Zubereitung seines Wodka - Martini kund tat.

Ich fand es klasse und nur richtig, wenn man eine Art Vorgeschichte zu Bond erzählt. Da ist eben nicht alles so, wie in den alten Filmen. Es gab ja trotzdem noch genug gute Unterhaltung zu bestaunen: Bond Girls, einen bösen Bösewicht, einige sehr spektakuläre Actionszenen und ein paar Dialoge vom allerfeinsten, sowie einige die ganz knapp am schnulzig sein vorbeidrifteten und natürlich Poker. Vollkommen übertriebenes Poker, aber lustig anzuschauen war es trotzdem.

Ob das aufgesetzte Actionfinale in der Art nötig war, sei mal dahingestellt, aber die letzte Szene mit dem typischen Bondspruch machte Lust auf die nächsten Abenteuer mit dem neuen Bond. Daniel Craig ist eine coole Sau mit dicken Eiern (Sorry, den konnte ich mir jetzt nicht verkneifen. Wer den Film gesehen hat, wird wissen was ich meine.) und passt überraschend gut in die Bondrolle.

"Ich fand ihn lustig!"

Freitag, 19. Januar 2007

The Prestige



Während einer Zaubervorführung geschieht ein tragisches Unglück, woraufhin die beiden beteiligten aufstrebenden Magier sich den Rest ihrer Laufbahn trennen und die tollsten Zaubertricks um die Ohren hauen.

Christopher Nolan hat mit Memento einen meiner All-Time Favorites gedreht. Die Filme danach waren alle ganz ok, die Wucht der zeitlich Rückwärts erzählten Geschichte erreichten sie aber nicht.
Jetzt ist er mit seinem neusten Film rund um Zaubertricks, Wahrheit und Lüge, Schein und Sein sowie Liebe und Tod zurück und führt den Zuschauer durch eine ähnlich verworrene Geschichte, wie bei seinem Erstling. Von beginn an muss man sich auf drei Erzählebenen zurechtfinden. Dabei wird sowohl zwischen Vergangenheit und Gegenwart als auch den Personen fließend hin und her gesprungen, ohne dass einen irgendwelche Texteinblendungen bei der Orientierung helfen.
Zum Glück kam ich damit nach einigen Minuten zurecht, doch dann begann die Erzählung selbst wilde Harken zu schlagen. Viele Fragen werden aufgeworfen und lange nicht beantwortet.

Am Ende jedoch häufen sich die kleinen Andeutungen, sodass man die Wahrheit zwar langsam erkennt, sie aber nicht so recht wahrhaben will. Das ist großartig und wurde selten so meisterhaft durchgeführt. Ich drücke mich dabei aus gutem Grund schwammig aus, weil jeder das Vergnügen haben sollte die Rätsel des Films für sich selbst zu lösen.

Warum ausgerechnet dieser Nolan Film wieder so gut ist habe ich beim Abspann erkannt. Sein Bruder Jonathan hat mit ihm am Drehbuch gearbeitet. Der Bruder, der auch die Kurzgeschichte geschrieben hat, auf dessen Grundlage Memento gedreht wurde. Guter Mann.

Freitag, 29. Dezember 2006

Jahresrückblick Filme

Auch das Kinojahr 2006 geht seinem Ende entgegen.
Ist '06 ein guter, ein süffiger, ein trockener oder gar ein überschäumender Filmjahrgang?
Mal schauen was ich überhaupt im letzten Jahr alles im Kino gesehen habe.

1. Domino
2. Match Point
3. München
4. Saw 2
5. Lord of War
6. Syriana
7. V wie Vendetta
8. The Hills Have Eyes
9. Ice Age 2
10. Final Destination 3
11. Running Scared
12. Mission Impossible 3
13. X-Men 3
14. Hard Candy
15. Revenge of the Warrior
16. Poseidon
17. Fluch der Karibik 2
18. Miami Vice
19. Thank you for smoking
20. Das Parfum
21. The Black Dahlia
22. Deutschland - Ein Sommermärchen
23. Children of Men
24. Borat
25. The Departed
26. Apocalypto


Welche davon waren jetzt wirklich richtig richtig gut? Filme, die man nicht fünf Minuten nach verlassen des Kinosaals aus dem Kopf verbannt hat, weil sie entweder sehr seichte Popcornunterhaltung waren oder totaler Rotz, an den man sich nie wieder erinnern möchte. Filme, die ich mir jetzt sofort nochmal anschauen würde.
Da wird es schon eng.
Running Scared war super, weil rasant erzählt und klasse gefilmt. Werde ich mir sicherlich auf DVD noch mal ansehen.
Selbiges gilt für Children of Men. Ok, der ist nicht rasend erzählt, aber noch viel besser gefilmt. Allein für die vielen grandiosen Kamerafahrten werde ich die DVD kaufen. Ein Highlight des Jahres.
Ob Borat beim zweiten Mal Sehen auch so lustig ist, weiß ich noch nicht, aber ich werde es darauf ankommen lassen. Ganz klar, das Lustigste was es in den Lichtspielhäusern dieses Jahr zu sehen gab.
The Departed ist für mich, was die Schauspieler angeht, der beste Film des Jahres. Ob das auch für den gesamten Film gilt, müsste ein zweite Sichtung zeigen.
Tja, und das war es auch schon. Der Rest war zwar durchweg ganz in Ordnung, aber supitoll war davon nix. Richtig enttäuscht haben nur Saw 2 und Final Destination 3. Gegenüber den Vorgängern echt schlechte Filme.

Filme, die ich leider verpasst habe, die aber eventuell positiv aufgefallen wären sind Brick, Das Mädchen aus dem Wasser und Little Miss Sunshine.
Lady Vengeance ist ja auch schon älter und wurde jetzt sogar auf Anfang 2007 verschoben. Passt also auch nicht so recht in dieses Jahr.

Den richtigen Knaller gab es aus meiner Sicht dieses Jahr in deutschen Kinos nicht zu sehen. Das liegt irgendwie auch daran, dass sich viele Veröffentlichungen bis Anfang 2007 rauszögern. Lady Vengeance wurde schon angesprochen. Außerdem erscheinen im Januar/Februar: The Fountain, Prestige, der Tenacious D Film, Pan's Labyrinth und die beiden Eastwood Kriegsfilme Flags of Our Fathers und Letters from Iwo Jima.
Wenn ich mir die Filme für 2007 so anschaue, dann sind da einige hoffentlich coole Sachen dabei. Vielleicht gibt es dazu auch einen Extra-Beitrag im nächsten Jahr. Ich sag nur 300 und Tarantino/Rodriguez.

Doch jetzt noch ein paar Worte für 2006. Es hat der richtig große Blockbouster gefehlt, den auch ich geil gefunden habe. Sowas wie Herr der Ringe, kann es natürlich auch nicht jedes Jahr geben. King Kong ging ja auch leicht daneben.

Und auch dieses Jahr gibt es wieder ein paar Sonderauszeichnungen:
  • Domino gewinnt in der Kategorie "Schnellsten Schnitte und meiste Farbfilterwechsel pro Sekunde"
  • Hard Candy gewinnt in der Kategorie "Filmszene, bei der ich mich am angewidertesten im Kinosessel gewunden habe" für die Kastration am lebenden männlichen Objekt, knapp vor Borat und dem nackten Ringkampf zwischen Borat und seinem Produzenten
  • Miami Vice gewinnt in der Kategorie "Lauteste Schusseffekte der Filmgeschichte"
Soviel von mir, was Filme in diesem Jahr angeht.

Samstag, 23. Dezember 2006

Apocalypto


Der Mel, der Gibson ist schon ein verrücktes Männchen.
Einen Film über eine alte Mayakultur mit unbekannten Schauspielern, in einer Sprache, die niemand versteht zu drehen und dabei noch Kunstblut in rauen Mengen zu verbrauchen, ist schon eine gewagte Sache. Wenn man dann auch noch diesen mehr als zwei Stunden langen Film fast ohne Story vorantreiben will, grenzt ein solches Unterfangen schon an Größenwahn.

Fast passiert denn im Film?
Man lernt den Hauptcharakter und sein Umfeld kennen, sein Dorf wird von einem anderen Stamm überfallen, seine Frau versteckt er in einer Erdspalte, die Männer des Dorfes werden verschleppt und größtenteils dem Sonnengott geopfert, der Hauptcharakter flieht, dezimiert langsam seine Verfolger und rettet seine Frau. Bumm, Film zu Ende.
Wäre da nicht der unverbrauchte Schauplatz Dschungel und die dementsprechend hübschen Bilder gepaart mit einer linearen vorwärts preschenden Handlung, dann wäre das alles sehr öde.
Gibson versteht sich aber auf gut anzuschauende Actionszenen und Grausamkeiten in passendem Rhythmus. Wer nicht so gerne mehrmals dabei zusehen möchte, wie Herzen aus noch lebenden Menschen entfernt werden, dem rate ich von einem Kinobesuch ab.
Wie gesagt, der ganze Film ist sehr simpel und lebt nur von rasenden Bildern. Am Ende gibt es noch eine nette Überraschung, die einen Bogen zum ganz am Anfang eingeblendeten Zitat schlägt.
Apropos Einblendungen. Irgendwer sollte der Firma, die die Untertitel erstellt hat mal sagen, dass man weiße Buchstaben auf weißem Hintergrund schlecht lesen kann.
Danke!

Donnerstag, 7. Dezember 2006

Kinomonat Dezember

Was für ein verzwickter Kinomonat ist dieser Dezember eigentlich? Schaut man sich die Veröffentlichung der nächsten Wochen an, dann weiß ich gar nicht, wie ich das alles schaffen soll. Ich bin bis jetzt ja noch nicht mal in den neuen Bond gekommen.

Ebenfalls noch vom November übrig:

Little Miss Sunshine
Ich mag schräge Komödien und das ist wahrscheinlich die schrägste Komödie des Jahres.

Ab Heute neu:

The Departed
Ich sage nur Martin Scorsese. Ich sage nur Goodfellas. Ich sage nur Casino. Ich sage nur Taxi Driver. Ich sage nur Jack Nicholson als Gangsterboss.
Departed ist ja ein Remake vom Hongkongfilm Infernal Affairs. Das Original war in Ordnung, so richtig vom Hocker gehauen hat es mich aber nicht. Bin sehr gespannt, was Scorsese daraus gemacht hat.

Nächste Woche neu:

Apocalypto
Dschungel, alte Mayakulturen, Blut, original Mayasprache mit Untertiteln, mehr Blut, der verrückte Mel Gibson auf dem Regiestuhl. Kann nur abgefahren werden.

Übernächste Woche neu:

Babel
Kann ich nicht viel zu sagen. Verschiedene Storys, die irgendwie etwas miteinander zu tun haben. Hört sich ein wenig nach L.A. Crash an, aber sieht optisch interessanter aus.

Über-Übernächste Woche neu

Deja Vu
Zeitreisestorys gab es ja schon lange nicht mehr (*hust*) und der Trailer ist schon ziemlich funky. Außerdem hat Tony Scott während des Schnitts keine Drogen mehr genommen, wie noch bei Man on Fire und Domino. Weiß aber noch nicht ob das jetzt gut oder schlecht ist.

Anfang nächstes Jahr neu:

Prestige, Mein Führer und The Fountain.

Montag, 4. Dezember 2006

Borat: Cultural Learnings Of America For Make Benefit Glorious Nation Of Kazakhstan



Ich könnte es jetzt einfach machen und schreiben:
Borat > alles was ich dieses Jahr im Kino gesehen habe und lustig seien sollte

Aber das wäre die Nerdfassung und deswegen gibt es jetzt noch ein paar warme Worte, die meine Aussage unterstützen.
Was Sacha Baron Cohen als Borat vollbringt ist ganz großes Tennis. Man muss ihm für seine Improvisationsfähigkeit, seine Dreistigkeit und seine Bereitschaft über jede Schamgrenze hinweg zu agieren, großen Respekt zollen. Natürlich sind die Witze politisch unkorrekt, aber die Reaktionen der Menschen sind es ebenso. Genau da liegt die Bosheit des Filmes versteckt. Man lacht sich über die Menschen in New York kaputt, wenn sie vor Borat davonlaufen, der sie doch nur kurz begrüßen möchte. Aber würde man selber nicht ähnlich reagieren? Und dies ist noch das harmloseste Beispiel im ganzen Film. Nichts in diesem Film ist politisch Korrekt und dessen sollte man sich bewusst sein, wenn man ihn anschaut. Hat man nicht einen Hang zum bitterbösen Humor, so wird man auch keinen großen Spaß haben.

Eine Sache sollte man auch nicht verdrängen. Es wird ja viel geschrieben, dass Borat die Amerikaner vorführt. Das ist sicherlich nicht falsch, aber 90% der Aktionen hätten auch in Deutschland oder jedem anderen Land in Europa ähnliche Reaktionen hervorgerufen. Ich will auch gar nicht wissen, wie viel Material für den Film gedreht wurde, dass nicht annähernd so extrem war, wie die Szenen im Film. Man sollte das Ganze also nicht überbewerten.

„High Five!“

Donnerstag, 23. November 2006

Children of Men

Children of Men“ hat mich überrascht. Der Film bietet eine wendungsreiche Handlung, die verschiedensten Arten von Charakteren und eine Atmosphäre zwischen Melancholie und total kaputter Heiterkeit.
Die Welt versinkt im Chaos. Frauen können seit fast 19 Jahren keine Kinder mehr bekommen. Bis auf England sind alle Staaten kollabiert. Auf der Insel werden Flüchtlinge vom Festland wie Schwerverbrecher behandelt und in großen Lagern gefangen gehalten.
Schon die erste Szene macht klar, dass in diesem Film zu jeder Sekunde etwas Unvorhergesehenes passieren kann. Ich werde das jetzt hier nicht verraten, aber von der Kameraarbeit und dem Timing ist die Eröffnungsszene perfekt. Das gilt nicht nur für den Anfang, sondern für den gesamten Film. Wenn dafür nicht wenigsten eine Oscarnominierung für die Kamera raus springt, dann ist die Akademie bei mir noch tiefer gesunken, als sie es sowieso schon ist.
Die Charaktere sind entweder total abgefuckt von der Welt, Hippies, verrückte Polizisten, verrückten Aktivisten oder verrückte Gläubige. Dementsprechend gibt es einiges zu lachen, wobei einem, hier und da, das Lachen auch im Halse stecken bleiben kann.
Düster und trist wird einem die Zukunft nahe gebracht. Klar, man hat so was schon häufig in anderen Filmen gesehen, aber selten so realistisch. Es ist zwar die Zukunft, aber nicht sonderlich weit entfernt. Gerade dadurch kommt eine bedrückende Stimmung auf.
Ich will, wie gesagt, nicht soviel von der Story verraten und ich empfehle allen interessierten auch nicht zuviel über den Film zu lesen. Lasst euch einfach überraschen.

Sonntag, 19. November 2006

Movies again

Habe schon lange nichts mehr über Filme geschrieben. Hier also mal wieder die volle Packung der letzten Wochen.

Reservoir Dogs

Ich hatte ihn irgendwie etwas spritziger in Erinnerung. Aber auch so ist es ein guter Film, der zeigt, wie man aus wenig sehr viel machen kann. Pfiffige Dialoge, funky Musik und eine verquere Story sorgen für genügend Unterhaltung auch ohne große Action und Effekte.



The New World

Oh man. Was ein Film. Er hätte es fast geschafft in meine Liste der All-Time-Favorites aufgenommen zu werden, aber dann kam die letzte dreiviertel Stunde. Da zerbrach der Film für mich und ging in eine Richtung, die ich absolut doof fand. Der ganze Zauber der Geschichte geht verloren, wenn Pocahontas nach England geht. Dieser Szenariowechsel ist wichtig für die Story, zerstört aber die fabelhafte Atmosphäre der ersten zwei Stunden. In dieser Zeit versinkt man in den Bildern und der Musik, verfolgt die Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die aus verschiedenen Welten kommen und ist einfach glücklich.



Steamboy

Overkill. Overkill an bombastischen Bildern, Kamerafahrten und Dampf. Einer sehr großen Menge Dampf. Hauptsächlich dann zu sehen, wenn Rohre explodieren. Und es explodieren viele Rohre, sehr viele Rohre.
Steamboy ist einer der wenigen Anime, die größtenteils ohne japanotypischen Schwachsinn auskommen. Keine großen Augen, keine grenzdebilen Dialoge, kein übertrieben pseudo-philosophischer Bockmist. Danke dafür.
Leider ist die Geschichte aber trotzdem nicht überragend. Was will man mit Forschung anstellen? Will man wissenschaftliche Erfindungen für das Wohl der Menschheit benutzen, oder ordentlich Geld verdienen und monströse Kampfmaschinen in der ganzen Welt verkaufen. Diese Frage wird im Film lange breit getrampelt, kann aber zusammen mit der Vater-Sohn-Großvater Nebenstory nicht für die nötige Spannung sorgen.
So sitzt man also da und schaut sich schöne Bilder mit sehr viel schönem Dampf an. Schön, aber öde.

Meanstreets – Hexenkessel

Für Scorsese Fans ein interessanter Film. Rau, ohne wirkliches Ziel und mit netter Musik.

The Black Dahlia

Viele gute Schauspieler, die aber irgendwie nicht in die Zeit der 30iger - 40iger passen. Die Geschichte ist, für einen Film-Noir typisch, sehr verwinkelt und schlägt bis zum Ende einige Hacken. Zusammen mit Musik, Schauspielern und Kamera wirkte das ganze Gebilde auf mich aber leicht unrund. Ich kann es nicht genau beschreiben. Guter Film, aber auch nicht super.

Deutschland – Ein Sommermärchen

HYPE! Ein extrem gehypter Film, der trotz einiger netter Einblicke viel zu oberflächlich ist. Das Fehlen von erklärenden Einblendungen und Erzähler wird dem Film in ein paar Jahren sehr weh tun. Klar, noch haben wir die Spielszenen und Erlebnisse alle im Kopf, aber in ein paar Jahren weiß ich nicht mehr wie die Spiele ausgegangen sind, kenne die Vorgeschichten der Spieler nicht mehr und werde mich in diesem Film sehr verloren fühlen.
Auf die Taktik für die einzelnen Spiele wird fast nicht eingegangen. Wenn man etwas über den Fußball als Spiel lernen und sehen will, dann wird man enttäuscht. Die gut eingefangene Euphorie ist Wortmann das wichtigste und für mich einfach zu wenig.

Crank

Der Titel sagt alles. Krank. Einfach nur ein kranker Film. Politisch unkorrekt bis zum geht nicht mehr und insgesamt einfach nur zum kaputtlachen.
Vergeudetes Geld.

Die Pianistin

Öh, ja. Schmerzhaft kaputter Film aus Österreich mit irgendeiner Botschaft, die bei mir nicht so richtig angekommen ist. Harter Tobak.

Land of the Dead

Moderne Zombiefilme. Kennt man einen, kennt man alle. Ach ja, und denkende Zombies sind ein Widerspruch in sich. Hoffentlich haben sich die Zombies im nächsten Teil nicht zu kompletten Menschen zurückentwickelt.

A Better Tomorrow

Albern obwohl es alles ernst gemeint ist. Da muss was falsch gelaufen sein. Action stimmt, aber ansonsten sehr albern.

L.A. Confidential

Im Gegensatz zu „The Black Dahlia“ passt hier alles sehr gut zusammen. Verwobene Story, Charaktere und Schauspieler, Aufmachung und Kamera, Musik und Bild. Russel Crowe rockt auch in seiner Pre-Gladiator Phase.

The Warriors

Ich habe ja erst das Videospiel gespielt und dann den Film geschaut. Überraschend wie viele Szenen wirklich 1 zu 1 übernommen wurden und schade, dass einige Sachen aus dem Spiel nicht im Film vorkommen. So bleibt der Film doch etwas flach und unausgegoren. Viele Personen tauchen einfach nur kurz im Film auf, scheinen irgendwie wichtig zu sein und verschwinden dann doch spurlos für die restliche Spielzeit. Komisch.



Robocop

Robocop ist einer der Filme, den viele Leute kennen, aber nie gesehen haben. Tumber doofer blutiger Actionfilm mit beklopptem Titel. Das ist so die gängige Meinung in der Welt. Schaut man sich dann aber mal den Film genauer an findet man viele lustige interpretationswürdige Szenen. Am Anfang wird dem Helden die Hand abgeschossen und er wird grausam ermordet. Jesus, maybe? Dann steht er von den Toten wieder auf und läuft in einer der letzten Szenen scheinbar über das Wasser. Jesus, maybe?
OK, OK ... es ist schon leicht übertrieben, aber der Film ist nicht so doof, wie man am Anfang denkt. Die satirischen Elemente haben es in sich. Verhoven hat hier ähnliches geleistet wie später bei „Starship Troopers“. Eine Actionsatire, bei der von vielen Leuten die Satire übersehen wird.

Montag, 18. September 2006

Filme, überall Filme

Filmsichtungen der letzten Wochen. In der Kürze liegt die Würze.

Revenge Of The Warrior
Ja, natürlich gab es mehr und bessere Action zu sehen, als beim Vorgänger Ong Bak, aber muss die Story denn so unglaublich sinnlos sein? Ich saß noch nie so verwirrt im Kino. Übergänge von einer Szenen zur anderen ergeben keinen Sinn, Personen tauchen auf und verschwinden wieder, Dialoge wirken total aus dem Zusammenhang gerissen und manchmal weiß man nicht warum gerade wer wen verprügelt. Angeblich soll das an fehlenden Minuten in der internationalen Version liegen. Sollte das so sein, dann fehlen wirklich viele Minuten.
Die Kampszenen sind dagegen erste Sahne, wenn auch hier und da stark übertrieben. In einer der letzten Szenen darf man dem Helden dabei zuschauen, wie er gefühlten hundert Männern jeden nur erdenklichen Knochen im Leib bricht. Tut zwar beim zusehen weh, ist aber nach einiger Zeit öde.
Mit Freunden und Bier gut zu ertragen, ansonsten nicht so toll.

Stay
Optisch unterkühlt aber brillant gefilmt und mit einigen der coolsten Szenenüberblendungen ever.
Vielleicht etwas zu langsam und zum Schluss nicht so richtig überraschend. Dafür aber mit sehr guten Schauspielern.
Für Alle, die gerne über 90% der Filmlaufzeit rumrätseln, was da eigentlich los ist.

Stirb langsam: Jetzt erst recht!
Auf DVD und mit überarbeitetem Bild auch heute noch ein wirklich guter und unterhaltsamer Actionfilm. Wenn ich mich recht zurückbesinne, dann ist es der letzte große Actionfilm von Bruce Willis. Er will es ja jetzt noch einmal mit einem vierten „Stirb langsam“ Teil versuchen. Hoffentlich klappt das.

Psycho
Der erste Hitchcockfilm, den ich wirklich gut fand. Ich habe auch erst vier oder fünf gesehen, aber nur „Psycho“ hat seine damalige Frische bis heute konservieren können. Wo „Die Vögel“, bedingt durch die simplen Special Effekts, häufig lächerlich wirken, kann „Psycho“ mit guten Schauspielern und einer atmosphärischen Optik aufwarten.
Nicht mehr so richtig schockierend, aber immerhin spannend.

Spiel mir das Lied vom Tod
Man muss schon eine Menge Geduld mitbringen, um diesen Film bis zum Ende durchzustehen. Ich habe zwei Anläufe gebraucht und bin beim zweiten Mal auch nicht richtig glücklich gewesen. Ja, die Musik ist cool und viele Szenen strotzen nur so vor Details, aber es ist alles so unglaublich zäh. Vielleicht bin ich auch einfach nicht so der Western-Fan. „Es war einmal in Amerika“, ebenfalls von Sergio Leone und ähnlich langsam in seiner Erzählweise gehört bei mir zu den ganz großen Filmen, aber „Spiel mir das Lied vom Tod“ werde ich kein zweites Mal komplett anschauen.

New York, New York
Ein paar lustige Dialoge, gute Musik, wenn man auf solch Musik steht und natürlich gute Schauspieler. Mit Robert De Niro kann man einfach nix falsch machen.

The Big Lebowski
Geil, sehr geil. Unbedingt auf Englisch gucken (hören). Skurril, anarchisch und extrem lässig zugleich.

Fleisch und Blut
Sonst ist Paul Verhoven ja immer für einen guten Film zu haben, aber mit diesem Werk hat er bei mir stark an Ansehen verloren. Vergewaltigungen, Blut und Gedärme machen eben nicht automatisch einen guten Film. Nervige Schauspieler, lausig bis lustige Kostüme und Requisiten (Holzpanzer mit ausfahrbarer Sturmleiter) sowie eine uninteressante Story erzeugen einen doofen Film, den ich gern wieder vergessen würde.

Night of the Living Dead
Damals bestimmt total krass, heute häufig nur noch total daneben. Das Ende ist konsequent, aber der Rest ist eher von nostalgischem Interesse.

The Wild Bunch
Hui, dachte ich nach der ersten Schießerei. Was ist denn das für ein Film? Zeitlupeneffekte, eine nicht zu verachtende Menge Blut und feinstes Rumgeballer. Gut, am Ende des Films übertreiben sie es, aber zwischendrin klauen sie einen Zug und sprengen eine Brücke in die Luft. Also eigentlich alles was man in einem guten Western so machen sollte.
Sam Peckinpahs Werke werden von mir ab sofort näher beobachtet.

Corpse Bride
Stop-Motion. Eine fast tote Animationstechnik in einem Film über Leichen und welche, die es werden wollen. Das passt doch gut zusammen finde ich. Außerdem gibt es eingängige Musik und Songs mit Ohrwurmqualität. Wo Tim Burton draufsteht geht es natürlich düster lustig zur Sache. Mehr davon bitte.

Lovesong für Bobby Long
Oh ... endlich mal wieder eine Indie-Liebes-Ich-weiß-nicht-wo-ich-hingehöre-Komödie. Scarlett Johansson und John Travolta gehen sich herrlich auf die Nerven und finden am Ende natürlich doch zusammen. Dazu wunderbare Bilder von New Orleans bevor es in den Fluten versank und stimmige Musik. Geheimtipp.

Casshern
Welch Teufel hat mir ins Ohr geflüstert, als ich diesen Film ausgeliehen habe? Er muss echt böse auf mich gewesen sein.
Japano pseudo philosophische Story mit affigen Schauspielern vor affigen Bluescreens, welche für affige Hintergründe und oberaffige Actionszenen mit super affiger Metalmusik genutzt werden. Sind Asiaten echt so anders als wir, dass sie so was gut finden können?

Freitag, 15. September 2006

Das Parfum

Sonst bin ich ja immer Vorne mit dabei, wenn es darum geht Romane und Comics zu lesen, bevor ich die dazugehörige Verfilmung anschaue. Man will ja wissen, ob der Leinwandauftritt der Vorlage gerecht wird. Meistens ist dies nicht der Fall und man ist enttäuscht von dem Gesehenen.
Diesmal habe ich den Spieß umgedreht und „Das Parfum“ von Patrick Süßkind, vor dem Kinobesuch, bewusst nicht gelesen. Ich wollte mich mal vom Film überraschen lassen und nicht dasitzen und die Veränderungen zur Vorlage zählen und verfluchen. Nein, diesmal nicht.
So genoss ich eine für mich frische Geschichte und verließ nachher leicht verstört aber zufrieden den Kinosaal.
Über weite Strecken ist „Das Parfum“ ein optischer Leckerbissen mit vielen guten Ideen bezüglich der Geruchswahrnehmung des Antihelden Grenouille. Kameraschwenks, schnelle Schnitte oder auch lange langsame Kameraflüge (die deutlich am Computer entstanden sind) versuchen dem Zuschauer die einzelnen Gerüche nahe zu bringen. Es war wahrscheinlich ein Placebo-Effekt, aber ich selbst habe in diesen Momenten die Gerüche im Kinosaal stärker wahrgenommen. Popcorn, Deo meines Sitznachbarn und irgendein Mischgetränk.
Die Schauspieler waren gut, gab ja auch den ein oder anderen bekannten Hollywoodstar zu sehen. Soweit ich es erkennen konnte, traten deutsche Schauspieler nur in Nebenrollen auf.
Die FSK „ab 12“ Freigabe ist mal wieder diskussionswürdig. Ich will nicht direkt sagen, das dies zu niedrig ist, aber allein die Geburt auf dem Fischmarkt und die Orgie am Ende hätten auch höheres gerechtfertigt.
Als Nicht-Roman-Leser bin ich zufrieden. Vielleicht hätte man die Geschichte an einigen Stellen etwas straffer erzählen können, aber das kann ich nicht so genau beurteilen, da ich ja nicht weiß, was schon alles weggelassen wurde. Von mir gibt es also eine klare Empfehlung. Anschauen! Hoffentlich bekommen wir dann noch mehr große deutsche Produktionen.

Well, you know...

Guns don't kill people. Kids who play videogames kill people.

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