Habe schon lange nichts mehr über Filme geschrieben. Hier also mal wieder die volle Packung der letzten Wochen.
Reservoir Dogs
Ich hatte ihn irgendwie etwas spritziger in Erinnerung. Aber auch so ist es ein guter Film, der zeigt, wie man aus wenig sehr viel machen kann. Pfiffige Dialoge, funky Musik und eine verquere Story sorgen für genügend Unterhaltung auch ohne große Action und Effekte.
The New World
Oh man. Was ein Film. Er hätte es fast geschafft in meine Liste der All-Time-Favorites aufgenommen zu werden, aber dann kam die letzte dreiviertel Stunde. Da zerbrach der Film für mich und ging in eine Richtung, die ich absolut doof fand. Der ganze Zauber der Geschichte geht verloren, wenn Pocahontas nach England geht. Dieser Szenariowechsel ist wichtig für die Story, zerstört aber die fabelhafte Atmosphäre der ersten zwei Stunden. In dieser Zeit versinkt man in den Bildern und der Musik, verfolgt die Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, die aus verschiedenen Welten kommen und ist einfach glücklich.
Steamboy
Overkill. Overkill an bombastischen Bildern, Kamerafahrten und Dampf. Einer sehr großen Menge Dampf. Hauptsächlich dann zu sehen, wenn Rohre explodieren. Und es explodieren viele Rohre, sehr viele Rohre.
Steamboy ist einer der wenigen Anime, die größtenteils ohne japanotypischen Schwachsinn auskommen. Keine großen Augen, keine grenzdebilen Dialoge, kein übertrieben pseudo-philosophischer Bockmist. Danke dafür.
Leider ist die Geschichte aber trotzdem nicht überragend. Was will man mit Forschung anstellen? Will man wissenschaftliche Erfindungen für das Wohl der Menschheit benutzen, oder ordentlich Geld verdienen und monströse Kampfmaschinen in der ganzen Welt verkaufen. Diese Frage wird im Film lange breit getrampelt, kann aber zusammen mit der Vater-Sohn-Großvater Nebenstory nicht für die nötige Spannung sorgen.
So sitzt man also da und schaut sich schöne Bilder mit sehr viel schönem Dampf an. Schön, aber öde.
Meanstreets – Hexenkessel
Für Scorsese Fans ein interessanter Film. Rau, ohne wirkliches Ziel und mit netter Musik.
The Black Dahlia
Viele gute Schauspieler, die aber irgendwie nicht in die Zeit der 30iger - 40iger passen. Die Geschichte ist, für einen Film-Noir typisch, sehr verwinkelt und schlägt bis zum Ende einige Hacken. Zusammen mit Musik, Schauspielern und Kamera wirkte das ganze Gebilde auf mich aber leicht unrund. Ich kann es nicht genau beschreiben. Guter Film, aber auch nicht super.
Deutschland – Ein Sommermärchen
HYPE! Ein extrem gehypter Film, der trotz einiger netter Einblicke viel zu oberflächlich ist. Das Fehlen von erklärenden Einblendungen und Erzähler wird dem Film in ein paar Jahren sehr weh tun. Klar, noch haben wir die Spielszenen und Erlebnisse alle im Kopf, aber in ein paar Jahren weiß ich nicht mehr wie die Spiele ausgegangen sind, kenne die Vorgeschichten der Spieler nicht mehr und werde mich in diesem Film sehr verloren fühlen.
Auf die Taktik für die einzelnen Spiele wird fast nicht eingegangen. Wenn man etwas über den Fußball als Spiel lernen und sehen will, dann wird man enttäuscht. Die gut eingefangene Euphorie ist Wortmann das wichtigste und für mich einfach zu wenig.
Crank
Der Titel sagt alles. Krank. Einfach nur ein kranker Film. Politisch unkorrekt bis zum geht nicht mehr und insgesamt einfach nur zum kaputtlachen.
Vergeudetes Geld.
Die Pianistin
Öh, ja. Schmerzhaft kaputter Film aus Österreich mit irgendeiner Botschaft, die bei mir nicht so richtig angekommen ist. Harter Tobak.
Land of the Dead
Moderne Zombiefilme. Kennt man einen, kennt man alle. Ach ja, und denkende Zombies sind ein Widerspruch in sich. Hoffentlich haben sich die Zombies im nächsten Teil nicht zu kompletten Menschen zurückentwickelt.
A Better Tomorrow
Albern obwohl es alles ernst gemeint ist. Da muss was falsch gelaufen sein. Action stimmt, aber ansonsten sehr albern.
L.A. Confidential
Im Gegensatz zu „The Black Dahlia“ passt hier alles sehr gut zusammen. Verwobene Story, Charaktere und Schauspieler, Aufmachung und Kamera, Musik und Bild. Russel Crowe rockt auch in seiner Pre-Gladiator Phase.
The Warriors
Ich habe ja erst das Videospiel gespielt und dann den Film geschaut. Überraschend wie viele Szenen wirklich 1 zu 1 übernommen wurden und schade, dass einige Sachen aus dem Spiel nicht im Film vorkommen. So bleibt der Film doch etwas flach und unausgegoren. Viele Personen tauchen einfach nur kurz im Film auf, scheinen irgendwie wichtig zu sein und verschwinden dann doch spurlos für die restliche Spielzeit. Komisch.
Robocop
Robocop ist einer der Filme, den viele Leute kennen, aber nie gesehen haben. Tumber doofer blutiger Actionfilm mit beklopptem Titel. Das ist so die gängige Meinung in der Welt. Schaut man sich dann aber mal den Film genauer an findet man viele lustige interpretationswürdige Szenen. Am Anfang wird dem Helden die Hand abgeschossen und er wird grausam ermordet. Jesus, maybe? Dann steht er von den Toten wieder auf und läuft in einer der letzten Szenen scheinbar über das Wasser. Jesus, maybe?
OK, OK ... es ist schon leicht übertrieben, aber der Film ist nicht so doof, wie man am Anfang denkt. Die satirischen Elemente haben es in sich. Verhoven hat hier ähnliches geleistet wie später bei „Starship Troopers“. Eine Actionsatire, bei der von vielen Leuten die Satire übersehen wird.
rüssel - 19. Nov, 14:42